Sichtungen statt Besucher
Warum wir Blicke zählen und keine Personen – und warum eine ehrliche kleine Zahl mehr wert ist als eine große.
Messsysteme liegen selten mit falschen Zahlen daneben. Häufiger mit falschen Wörtern. Deshalb achten wir darauf, wie wir unsere Zahlen nennen.
Sichtung, nicht Besucher
Die Box erkennt niemanden wieder. Kommt dieselbe Person am Vormittag und am Nachmittag vorbei, sind das zwei Sichtungen. „Besucher“ würde behaupten, es seien zwei Menschen. Das wissen wir nicht, also sagen wir es nicht.
Blick, nicht Aufmerksamkeit im großen Sinn
Die Box misst, wohin der Kopf zeigt und wie lange. Sie misst nicht, ob jemand etwas gelesen, verstanden oder gemocht hat. Deshalb heißt die Zahl „hingeschaut“ und nicht „interessiert“.
Keine Gefühle, keine Stimmung
Manche Systeme versprechen, Freude oder Überraschung in Gesichtern zu lesen. Die Box tut das nicht, und wir halten solche Versprechen für unseriös.
Eine ehrliche kleine Zahl
„31 % haben hingeschaut“ klingt weniger spektakulär als „2.000 Kontakte am Tag“. Aber sie ist nachvollziehbar: bei wie vielen Sichtungen der Kopf mindestens eine Sekunde zum Bildschirm zeigte, geteilt durch alle Sichtungen, bei denen die Kamera das Gesicht gut genug sah. Mit so einer Zahl kann man arbeiten: Platz ändern, Folie ändern, vergleichen.
Die Wörter, die wir verwenden
- Sichtung: eine Person ist mindestens zwei Sekunden im Bereich vor dem Bildschirm; wer wiederkommt, zählt neu
- hingeschaut: Anteil der Sichtungen, bei denen der Kopf mindestens eine Sekunde zum Bildschirm zeigte
- Blickzeit: wie lange der Kopf im Schnitt zum Bildschirm zeigte
- Wer hinschaut: Altersgruppen und Geschlecht, von der Box geschätzt und nur als Verteilung
Alle Begriffe im Glossar.